
Zum CSD in Köln 2026
Auch wenn Köln oft als offen, bunt und solidarisch wahrgenommen wird – und das zum Glück in vielen Momenten auch ist – dürfen wir nicht vergessen: Für viele queere Menschen ist Sicherheit und Gleichberechtigung noch immer keine Selbstverständlichkeit.
Während weltweit Millionen Menschen für Vielfalt, Menschenrechte und Sichtbarkeit kämpfen, erleben wir gleichzeitig, wie queeres Leben erneut politisch angegriffen, infrage gestellt und bewusst zum Feindbild gemacht wird. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Unsicherheit werden Minderheiten wieder häufiger benutzt, um Stimmung zu machen und Ängste zu schüren.
Queerfeindlichkeit zeigt sich dabei längst nicht nur in offenen Beleidigungen oder körperlicher Gewalt. Sie steckt auch in politischen Kampagnen, in Hetze im Netz, in abwertenden Kommentaren und in dem Versuch, queere Menschen aus dem öffentlichen Leben zurückzudrängen.
Weltweit werden Rechte queerer Menschen wieder eingeschränkt oder angegriffen. Und auch in Deutschland steigt die Zahl queerfeindlicher Straftaten seit Jahren deutlich an. Laut queerpolitischen Verbänden und Sicherheitsbehörden hat sich die Zahl registrierter Hassdelikte gegen queere Menschen in den letzten Jahren massiv erhöht.
In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Angriffen auf CSDs, Bedrohungen gegen Veranstaltungen und queerfeindlichen Übergriffen. Bei mehreren Pride-Veranstaltungen wurden Teilnehmer:innen beleidigt, eingeschüchtert oder sogar körperlich angegriffen – teils begleitet von rechtsextremen Parolen.
Besonders besorgniserregend ist, dass rechte und rechtspopulistische Kräfte versuchen, queere Menschen gezielt für politische Stimmungsmache zu instrumentalisieren. Die AfD fällt seit Jahren mit queer- und transfeindlicher Rhetorik auf. Einzelne Funktionär:innen verbreiteten offen diskriminierende Aussagen, relativierten queerfeindliche Gewalt oder diffamierten LGBTQIA+-Menschen öffentlich.
Queerfeindlichkeit beginnt nicht erst bei Gewalt. Sie beginnt dort, wo Menschen entmenschlicht, lächerlich gemacht oder ihre Rechte als „Ideologie“ dargestellt werden.
Deshalb reicht Toleranz allein nicht aus.
Haltung zählt. Solidarität zählt. Widerspruch zählt. Schweigen ist keine Option!
Quellen: www.tagesschau.de | www.statista.com | www.consilium.europa.eu

